Was ist Open Source?

Glossar · ERP & Odoo

Auch bekannt als: Open-Source-Software, quelloffene Software, OSS, freie Software

Kurz erklärt

Open Source bezeichnet Software, deren Quellcode öffentlich zugänglich ist und unter einer Lizenz steht, die Nutzung, Veränderung und Weitergabe erlaubt. Was als Open Source gilt, regelt die Open Source Definition der Open Source Initiative (OSI).

Mehr als sichtbarer Code

Die Open Source Initiative hält es gleich im ersten Satz ihrer Definition fest: Open Source heisst nicht nur, dass man den Quellcode anschauen kann. Eine Lizenz gilt erst als Open Source, wenn sie zehn Kriterien erfüllt – unter anderem freie Weitergabe, Zugang zum Quellcode, das Recht auf abgeleitete Werke und keine Benachteiligung bestimmter Personen oder Einsatzgebiete.

Ein verbreitetes Missverständnis: Open Source bedeutet nicht automatisch «gratis». Viele Hersteller verdienen mit Support, Hosting oder einer erweiterten, kostenpflichtigen Edition. Eng verwandt ist der Begriff «freie Software», der stärker die Freiheiten der Nutzerinnen und Nutzer betont.

Lizenzen: von freizügig bis Copyleft

Open-Source-Lizenzen unterscheiden sich darin, welche Pflichten sie bei der Weitergabe auferlegen. Freizügige Lizenzen wie MIT oder Apache erlauben fast alles, auch den Einbau in geschlossene Produkte. Copyleft-Lizenzen wie die GPL verlangen, dass veränderte Versionen wieder unter derselben Lizenz stehen.

Dazwischen liegt die LGPL (Lesser General Public License): Der Code selbst bleibt offen, andere Software darf aber darauf aufbauen, ohne selbst offen sein zu müssen. Genau dieses Modell nutzt Odoo.

Für euch als Anwender spielt der Unterschied meist erst eine Rolle, wenn ihr Software verändert und weitergebt, etwa eigene Module an andere Firmen verkauft. Wer Open Source einfach im eigenen Betrieb nutzt, muss in aller Regel nichts offenlegen.

Was Open Source für KMU bedeutet

Open Source steckt längst in eurem Alltag: Viele Server laufen mit Linux, und auch Odoo speichert seine Daten in der freien Datenbank PostgreSQL. Für KMU ist der grösste Vorteil die Unabhängigkeit. Weil der Code offen ist, seid ihr nicht an einen einzelnen Anbieter gebunden: Den Partner oder den Hoster könnt ihr wechseln, ohne die Software aufzugeben. Dazu kommt Transparenz – eine weltweite Community prüft den Code und entwickelt ihn weiter.

Ehrlicherweise gehört auch dazu: Offener Code wartet sich nicht von allein. Jemand muss Updates einspielen, Sicherheitslücken schliessen und Anpassungen pflegen – egal ob ihr das selbst macht oder einem Partner übergebt.

Open Source und Odoo

Odoo baut auf einem offenen Kern auf: Odoo Community steht unter der LGPL Version 3, der Quellcode ist öffentlich. Odoo Enterprise ergänzt diesen Kern um weitere Apps und Funktionen und steht unter einer eigenen Lizenz von Odoo, die ein gültiges Abonnement voraussetzt.

Für die meisten KMU empfehlen wir Enterprise. Der offene Kern bleibt trotzdem ein Vorteil: Eure Daten liegen in einer offen dokumentierten Struktur, und ihr könnt Odoo auch auf einem Server eurer Wahl betreiben – zum Beispiel über unser Odoo Hosting.

Häufige Fragen zu Open Source

Deine Frage ist nicht dabei? Frag uns direkt – das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.

Ist Open-Source-Software kostenlos?

Die Lizenz kostet bei Open Source in der Regel nichts, der Betrieb aber schon: Server, Updates, Anpassungen und Support. Viele Hersteller bieten zudem kostenpflichtige Editionen oder Dienstleistungen an.

Ist Odoo Open Source?

Der Kern ja: Odoo Community steht unter der LGPLv3. Odoo Enterprise baut darauf auf und steht unter einer eigenen Lizenz von Odoo, die ein Abonnement voraussetzt.

Ist Open Source unsicherer als geschlossene Software?

Nicht grundsätzlich. Offener Code kann von vielen geprüft werden; entscheidend für die Sicherheit ist aber, dass Updates und Sicherheits-Patches regelmässig eingespielt werden.

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