Kurz erklärt
Eine Offerte ist das Angebot an eine Kundin oder einen Kunden, eine bestimmte Leistung zu einem bestimmten Preis und zu festgelegten Bedingungen zu erbringen. Nimmt die Kundschaft sie an, kommt der Vertrag zustande.
Offerte, Angebot, Kostenvoranschlag
In der Schweiz sagt man Offerte, in Deutschland Angebot – gemeint ist dasselbe. Daneben gibt es den Kostenvoranschlag, der vor allem bei Werkleistungen wie Handwerk oder Bau üblich ist und den Aufwand schätzt, statt einen festen Preis zuzusagen.
Rechtlich ist eine Offerte in der Regel ein Antrag im Sinne des Obligationenrechts (OR). Wer eine Frist setzt, bleibt bis zu deren Ablauf gebunden (Art. 3 OR). Ohne Frist bleibt man so lange gebunden, wie man bei rechtzeitiger Antwort mit deren Eingang rechnen darf (Art. 5 OR). Ein Vermerk wie «unverbindlich» oder «freibleibend» schliesst die Bindung aus, und eine blosse Preisliste gilt an sich nicht als Antrag (Art. 7 OR). Wird ein ungefährer Kostenansatz im Werkvertrag unverhältnismässig überschritten, kann die Kundschaft zurücktreten oder eine Herabsetzung verlangen (Art. 375 OR). Das ist eine Übersicht, keine Rechtsberatung.
Was in eine gute Offerte gehört
Eine Offerte ist oft das erste Dokument, das eure Kundschaft von euch in der Hand hat. Deshalb sollte sie vollständig und ohne Rückfragen verständlich sein:
- Absender, Empfänger, Datum und eine Offertnummer
- Gültigkeitsdauer, damit klar ist, wie lange ihr gebunden seid
- Leistungsbeschrieb mit Mengen und Einheiten
- Preise, Rabatte und die MWST, sofern ihr mehrwertsteuerpflichtig seid
- Liefer- und Zahlungsbedingungen sowie ein Verweis auf eure AGB
- Optionale Positionen, die die Kundschaft dazunehmen kann
- Wie die Annahme funktioniert: Unterschrift, Bestätigung per Mail oder online
Nachfassen gehört dazu
Eine verschickte Offerte ist kein Abschluss, sondern eine Stufe in der Sales-Pipeline. Wer nach einer Woche nachfragt, ob noch etwas unklar ist, erfährt mehr als jemand, der still wartet. Legt deshalb zu jeder Offerte ein Datum fürs Nachfassen fest.
Ändert sich etwas, schickt eine neue Version statt einer von Hand korrigierten. Und wenn eure Offerten in Word entstehen, die Aufträge im ERP und die Rechnungen in der Buchhaltung, tippt jemand dieselben Positionen dreimal ab – mit drei Gelegenheiten für Fehler.
Offerten in Odoo
In Odoo Verkauf entsteht eine Offerte aus einer Vorlage mit euren Standardpositionen, einer Gültigkeitsdauer und optionalen Produkten. Ihr verschickt sie per Mail, die Kundschaft öffnet sie im Kundenportal und bestätigt mit einer Online-Unterschrift, auf Wunsch zusammen mit einer Online-Zahlung. Aus der bestätigten Offerte werden Auftrag und Rechnung, ohne dass jemand etwas abtippt.
Beginnt das Geschäft als Verkaufschance im CRM, erstellt ihr die Offerte direkt dort, und der ganze Verlauf bleibt beim Kunden. Für Verträge und andere Dokumente, die unterschrieben werden müssen, gibt es zusätzlich Odoo E-Signatur.
Häufige Fragen zu Offerte
Deine Frage ist nicht dabei? Frag uns direkt – das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.
Ist eine Offerte verbindlich?
In der Regel ja: Wer eine Offerte mit Frist macht, ist bis zu deren Ablauf daran gebunden (Art. 3 OR). Keine Bindung entsteht, wenn die Offerte ausdrücklich als «unverbindlich» oder «freibleibend» bezeichnet ist (Art. 7 OR).
Wie lange ist eine Offerte gültig?
So lange, wie die Gültigkeitsdauer in der Offerte angibt. Fehlt sie, bleibt ihr gebunden, bis ihr bei rechtzeitiger Antwort mit deren Eingang rechnen dürft (Art. 5 OR). Eine klare Frist erspart beiden Seiten Diskussionen.
Was ist der Unterschied zwischen Offerte und Kostenvoranschlag?
Eine Offerte nennt in der Regel feste Preise für eine beschriebene Leistung. Ein Kostenvoranschlag schätzt den voraussichtlichen Aufwand; wird er unverhältnismässig überschritten, kann die Kundschaft nach Art. 375 OR zurücktreten oder eine Herabsetzung verlangen.